By: Yogen (Yogen) 2002.12.17

Im Klartext: Der gebürtige Weißrusse, der am 26. Oktober nach der 17:33-Niederlage bei Rekordmeister VfL Gummersbach dem Stuttgarter Schiedsrichter Bernd Andler den Ball ins Gesicht geworfen haben soll, wird ausgeliehen. Und dies sofort! Dem 32-jährigen Rechtshänder lagen bis gestern mehrere Angebote vor, darunter eines aus Japan und eines aus Frankreich, doch tat HSG-Coach Velimir Petkovic in den letzten Tagen alles dafür, den inzwischen mit einem deutschen Pass ausgestatteten Chalepo in der Schweiz unterzubringen. Bei seinem Freund Jörn-Uwe Lommel, dem Trainer der Grasshoppers Zürich. "Da ist er gut aufgehoben und ich bin ständig über seinen Leistungsstand informiert", zeigte sich der Dutenhofener Übungsleiter sehr daran interessiert, weiter intensiven Kontakt zu Chalepo zu haben. Die Grasshoppers, die im linken Rückraum zur Zeit auf den Jugoslawen Jovan Kovacevic (einst SG Hameln) bauen, liegen in der aktuellen Tabelle der Schweizer Nationalliga A mit nur zwei Zählern Rückstand auf Wacker Thun auf Rang zwei. Jörn-Uwe Lommel, in Deutschland unter anderem bei TuSEM Essen und dem TuS Nettelstedt im Geschäft, hüllte sich gestern in Schweigen: "Bitte haben Sie Verständnis, dass ich momentan zu diesem Thema keine Stellungnahme abgeben kann."

Gestern Abend jedoch löste Chalepo bei HSG-Manager Rainer Dotzauer seinen bis Sommer 2004 datierten Vertrag vorzeitig auf, heute morgen um 7 Uhr wird der 32-Jährige sich bereits in sein Auto setzen und um 12 Uhr - unterstützt von seinem Berater Uwe Zimmer - in der Schweizer Bankenmetropole einen Vertrag bis zum Saisonende unterzeichnen. Bereits morgen Abend wird Gennadij Chalepo dann im Spitzenspiel gegen Wacker Thun für die Grasshoppers am Ball sein, in den kommenden Tagen dann wieder am Trainingsbetrieb der HSG teilnehmen, ehe am 10. Januar die erste Übungseinheit unter Jörn-Uwe Lommel bei den Eidgenossen nach der Weihnachtspause auf dem Program steht.

Chalepos Frau und seine beiden kleinen Kinder (7 und 11 Jahre alt) werden weiter im Wetzlarer Stadtteil Niedergirmes wohnen bleiben, denn der 32-Jährige möchte ab Sommer wieder das Trikot der Grün-Weißen überstreifen. "Darüber haben wir noch nicht das letzte Wort gesprochen, aber ich denke, dass die HSG mich behalten möchte", gab sich der sympathische Rechtshänder gestern Abend zuversichtlich, in Dutenhofen bleiben zu können.

Da bei der HSG D/M Wetzlar außer Chalepo weiter Andreas Klimpke sowie Niko Bepler ausfallen und Spielmacher Nebojsa Golic, Linksaußen Arvydas Kestawitz und Linkshänder Umberto Brajkovic noch längst nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sind, ist der Bundesliga-Zehnte wenige Tage vor dem Gastspiel von Tabellenführer TBV Lemgo auf der Suche nach Ersatz.

Erster Kandidat, bereits am Sonntag (16 Uhr) gegen den ehemaligen Dutenhofener Publikumsliebling Markus Baur und Co. aufzulaufen, ist Julian Duranona. Der 37-jährige Kubaner mit isländischem Pass warf in drei Jahren beim ThSV Eisenach 426 Tore, wechselte danach eine Saison in die Zweite Liga zum TuS Nettelstedt und hält sich nach überstandenem Achillessehnenriss derzeit beim Zweitligisten HSG Düsseldorf fit. Der Zwei-Meter-Hüne mit Schuhgröße 51 weilt seit gestern Abend in Dutenhofen, wird heute erstmals mit der Mannschaft trainieren und vielleicht schon am Sonntag gegen die noch immer ungeschlagenen Ostwestfalen erstmals das Trikot der Grün-Weißen tragen. Ebenfalls zur Zeit ohne Verein ist Piotr Dudzic, der zuletzt im linken Rückraum der SG Willstätt/Schutterwald spielte. Der gebürtige Pole mit deutschem Pass, den eine Knieverletzung zur Unterbrechung seiner Karriere zwang, soll ebenfalls noch in dieser Woche von HSG-Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Pörschke unter die Lupe genommen werden.

Verband wehrt sich im Fall Aljoscha Schmidt

Währenddessen sprach gestern Hugo Sattler (Ehringshausen-Daubhausen), seines Zeichens Vizepräsident Jugend des Hessischen Handball-Verbandes, in Sachen Aljoscha Schmidt bei dieser Zeitung vor. "Am Donnerstag hat sich Aljoscha Schmidt gemeldet und seine Teilnahme am Turnier in Berlin wegen einer Verletzung abgesagt. Dann kam am Freitag plötzlich die Anfrage der HSG, ihn für das Bundesligaspiel beim TV Großwallstadt frei zu geben", wies Sattler die Vorwürfe möglicher Willkür des Verbandes von sich. Nach Rücksprache mit Jugendwart Walter Laubersheimer habe der Südwestdeutsche Verband die Freigabe verweigert, um sich nicht unglaubwürdig zu machen. Denn: "Es gab nicht nur aus Wetzlar Anfragen, Talente des SWHV-Kaders für den Spielbetrieb am Wochenende abzustellen", so Sattler.


Von Alexander Fischer
Tel.: (0 64 41) 95 91 85
E-Mail:a.fischer@mail.mittelhessen.de
[© Aus dem Archiv von www.mittelhessen.de]

Drucken | Senden | Hits: 3603 |

 

Projekt Gold

Suche



Werbung

Amazon