Wilhelmshavener HV : Zum Abschied aus der 1. Liga gegen die Rhein-Neckar Löwen

_POSTEDBY Jörg Holländer (jhollaender) on Saturday, 17. May 2008
Wilhelmshavener HV

Am morgigen Samstagnachmittag steht für den Wilhelmshavener HV das letzte Heimspiel und damit gleichzeitig auch letzte Saisonspiel auf dem Programm. Dabei wird ab 15.00 Uhr mit den Rhein-Neckar Löwen der aktuelle Tabellenvierte der TOYOTA Handball-Bundesliga in der Nordfrost Arena gastieren. Dieses Spiel steht sicherlich auch unter dem Motto „doppelter Abschied“.
Dabei wird sich der Wilhelmshavener HV nicht nur, wie alljährlich, von verdienten Spielern verabschieden. Dieses Mal heißt es auch Abschied nehmen von der 1. Bundesliga. Nach einer von vielen Verletzungen gekennzeichneten Saison stand am vergangenen Wochenende nach der Niederlage gegen den SC Magdeburg und den Siegen der Konkurrenz aus Essen und Lübbecke nach sechs Jahren 1. Liga der Abstieg fest.

Sicherlich war dieses einer der schwärzesten Tage in der bisherigen Vereinsgeschichte, jedoch wird die Mannschaft morgen alles daran setzen, dass man sich mit einem guten und vielleicht sogar siegereichen Ende aus der 1. Bundesliga verabschiedet. Davor stehen jedoch 60 Minuten gegen eine kaum zu überwindende Hürde, was sich schon anhand beider Kader aufzeigen lässt. Auf der einen Seite acht wacker kämpfende WHV- Feldspieler plus drei Torhüter, dem gegenüber ein 14 Mann starker Kader, der gespickt ist mit Weltmeistern, Vizeweltmeistern und international starken Akteuren. Nicht ohne Grund war daher die Saison der Löwen bisher von Erfolgen gekennzeichnet, was sich im Höhepunkt der Saison mit dem Erreichen des Finales im Europapokal der Pokalsieger aufzeigen lässt. Nach einer Niederlage im Hinspiel konnte man am vergangenen Samstag durch ein 28:28 Unentschieden gegen Veszprem aus Ungarn nicht den Europapokal nach Mannheim holen. Jedoch zeigte nicht nur dieses Resultat die Klasse der Mannschaft auf, die auch im diesjährigen Final Four stand und im Halbfinale am THW Kiel scheiterte. Aus dem starken Kader ragen sicherlich Weltmeister Henning Fritz und Vizeweltmeister Slawomir Szmal heraus, die das Duo im Tor bilden und alleine schon ein Spiel entscheiden können. Im Rückraum verfügen die Rhein-Neckar Löwen mit Sergej Harbok, Mariusz Jurasik und Sergiy Shelmenko über exzellente Spieler. Nichts desto trotz wurde dieser noch während der Saison weiter verstärkt. So wechselten mit den beiden polnischen Nationalspielern Grzegorz Tkaczyk und Karol Bielecki vom SCM zwei weitere starke Schützen zu den Rhein-Neckar Löwen. Aber auch Namen wie Uwe Gensheimer, David Szlezak, Christian Schwarzer, Andrej Klimovets, der aufgrund einer Verletzung nicht mitspielen wird und Oliver Roggisch zeigen eindrucksvoll die Stärke der Löwen auf. Speziell im Rückraum sieht auch WHV- Trainer Klaus-Dieter Petersen eine der Stärken des Teams, wo zwei komplette Mannschaften den Löwen zur Verfügung stehen. Zum einen nämlich der komplette Rückraum des Vizeweltmeisters Polen, zum anderen ein Rückraum „Multikulti Europa“, wobei beide in der Lage sind, jeden Gegner zu schlagen. Nichts desto trotz geht der WHV, trotz einer schwierigen Woche (nur 5 Feldspieler und drei Torhüter im Training) mit der Zielsetzung in das Spiel, als Sieger vom Feld zu gehen. Ob dieses jedoch mit dem Kader möglich ist, ist laut Klaus-Dieter Petersen eine andere Sache, da selbst mit einem vollen Kader die Aufgabe sehr schwer wäre. Jedoch wollen sich die Spieler, die den Verein verlassen, mit Ehre vom WHV verabschieden und morgen 60 Minuten alles daran setzen, vielleicht doch das Unmögliche möglich zu machen. Dabei sieht Klaus-Dieter Petersen auch wiederum den Rückhalt von Seiten der Zuschauer alles sehr wichtig an, mit deren Hilfe man dem Weltstarensemble sicherlich Paroli bieten wird.
Am Ende des Spieles werden dann die scheidenden WHV- Spieler verabschiedet werden. Im Einzelnen werden dieses Adam Weiner, Oliver Köhrmann, Jendrik Meyer, Jacek Bedzikowski, Rico Bonath, Gylfi Gylfason, Sven-Sören Christophersen und Mirza Cehajic sein. Mirza Cehajic wird im übrigem, wie heute bekannt wurde, in der kommenden Saison in der Schweiz für Wacker Thun (2005 Challenge Cup Sieger) spielen.
Sicherlich werden aber auch die Fans und Zuschauer der Mannschaft morgen mit 60 Minuten bedingungsloser Anfeuerung für sechs Jahre 1. Liga danken und hoffentlich in nicht allzu langer Zukunft wird man dann auch wieder Kiel, Flensburg oder die Rhein-Neckar Löwen in der 1. Liga begrüßen.