HSG Düsseldorf : Toller Fight wird am Ende noch mit einem Unentschieden belohnt

_POSTEDBY Jörg Holländer (jhollaender) on Sunday, 20. April 2008
HSG Düsseldorf

Handball-Zweitligist HSG Düsseldorf begeisterte die 1.215 Zuschauer im Schlussspurt und drehte eine schon verloren geglaubte Partie. Am Ende trennten sich die Blau-Gelben vom HSC 2000 Coburg mit 30:30 (13:16). Frantisek Sulc war mit sieben Treffern erfolgreichster Torschütze auf Seiten der Düsseldorfer, für Coburg trafen Christian Pack, Anton Lakisa und Vladimir Suma mit jeweils sechs Treffern am besten. Für die HSG geht es am Mittwochabend mit dem Spitzenspiel beim TV Willstätt-Ortenau weiter.

Die 1.215 Zuschauer - die drittbester Zuschauerzahl in dieser Spielzeit – sorgten gleich zu Beginn der Partie zwischen dem Tabellenzweiten von der HSG Düsseldorf und dem Tabellenvierten vom HSC 2000 Coburg für eine tolle Atmosphäre im Burg-Wächter Castello.

Anton Lakisa, der zweitbeste Torschütze der 2. Handball-Bundesliga, brachte das Team der HSC 2000 Coburg, das von rund 40 Fans unterstützt wurde, in der 2. Spielminute mit 1:0 in Führung. Valdas Novickis und Marcel Wernicke per Tempogegenstoß brachten die Gastgeber in der 3. und 4. Minute mit 2:1 in Führung. Das Team von Georgi Sviridenko erwischte den besseren Start und setzte sich durch drei Treffer in Folge – zweimal Maik Makowka, einmal Patrick Fölser – bis zur 7. Minute auf 5:2 ab.

Doch Coburg kam zurück und Christian Pack sorgte mit einem Doppelschlag in der 12. und 13. Minute für den 7:7-Ausgleich. Wenig später sorgte Anton Lakisa für die erste Führung der Gäste, so hieß es in der 16. Minute 9:8 für die zweitbeste Auswärtsmannschaft der 2. Handball-Bundesliga.

Maik Makowka glich in der 17. Minute zum 10:10 aus, kurze Zeit später erhielt der Linkshänder eine Zeitstrafe. Die Unterzahl überstanden die Gastgeber unbeschadet, Maik Makowka kehrte zurück und brachte die Blau-Gelben mit 11:10 durch einen sehenswerten Treffer in Front.

Doch im Angriff boten die Düsseldorfer an diesem Tage eine schwache Leistung, zudem stand mit Rene Selke ein blendend aufgelegter Keeper zwischen den Pfosten des Aufsteigers – so konnten die Coburg drei Treffer in Folge erzielen – Christian Pack erzielte diese zwischen der 20. und 22. Minute. Die Bayern führten so mit 13:11. Bis zur Pause setzte sich das Team von Coach Hrovje Horvat bis auf 16:13 ab.

Gleich nach dem Seitenwechsel konnten die Gastgeber durch Frantisek Sulc und Philipp Pöter auf 15:16 verkürzen, doch Coburg zeigte auch im zweiten Durchgang, warum das Team um die international erfahrenen Anton Lakisa und Vladimir Suma bislang zehn Auswärtssiege in der 2. Handball-Bundesliga Süd einfahren konnten.

So setzten sich die Gäste aus Bayern über ein 22:18 (42. Minute) bis auf 26:20 (47. Minute) ab. Die Fans des HSC feierten zu diesem Zeitpunkt ihre Mannschaft und hofften auf den elften Auswärtssieg der Saison.

Doch auf einmal ging ein Ruck durch die Mannschaft, die den Zuschauern unglaubliche 13 Schlussminuten boten. Fünf Treffer in Folge (Novickis, Pöter, Sulc, Novickis, Heinrichs) sorgten dafür, dass die Gastgeber das die Partie in der 53. Minute wieder völlig offen war. Die Coburger führten nur noch mit 26:25. Die Halle stand Kopf und beide Fanlager peitschten ihre Teams nach vorne.

Doch Coburg hielt bis zum Schluss eine Ein- oder Zwei-Tore-Führung. In Überzahl kamen die Gastgeber durch den in der 2. Halbzeit überragenden Frantisek Sulc zum 30:30-Ausgleich. Neun Sekunden vor dem Ende der Partie nahm Coburgs Hrovje Horvat eine Auszeit. Den letzten Wurf setzte Anton Lakisa links neben das Gehäuse von Matthias Puhle.

Das Team der HSG Düsseldorf freute sich nach einem 20:26-Rückstand noch über einen Punktgewinn in eigener Halle gegen das Team des HSC 2000 Coburg. Nach Minuspunkten gesehen weist die HSG Düsseldorf nach dem 31. Spieltag 3 Punkte Vorsprung auf den TV Willstätt-Ortenau, der erst am Samstagabend bei der SG Wallau/Massenheim gastiert, auf. Am Mittwochabend kommt es in der Hanauerlandhalle in Willstätt zum Spitzenspiel zwischen dem Dritten vom TV Willstätt-Ortenau und dem Zweiten von der HSG Düsseldorf.

Statistik:
HSG Düsseldorf:

Almantas Savonis (1. bis 42. Minute, 10/2 Paraden), Matthias Puhle (42. bis 60. Minute, 5 Paraden)
Florian von Gruchalla, Robert Heinrichs (1), Frank Berblinger, Robert Runge (2), Maik Makowka (5), Jens Sieberger, Patrick Fölser (4), Valdas Novickis (5/1), Marcel Wernicke (2), Philipp Pöter (4), Frantisek Sulc (7)

HSC 2000 Coburg:
Rene Selke (1 bis 54. Minute, 18/1 Paraden), Havard Martinsen (54. bis 60. Minute, 1 Paraden)
Matthias Briehm (1), Matthias Werner (2), Ronny Göhl (3), Christian Pack (6), Stefan Fladt, Anton Lakisa (6/2), Vladimir Suma (6), Michael Werner (1), Florian Lendner (2), Kamil Piskac (3), Christoph Schuhmann

Schiedsrichter: Andreas Pritschow und Marcus Pritschow, beide aus Stuttgart

Zeitstrafen:
HSG: 8 (17. Makowka, 35. Berblinger, 49. Ramota, 54. Fölser)
HSC: 16 (19. Suma, 29. Piskac, 36. Göhl, 40. Piskac, 50. Lendner, 52. Fladt, 55. Lakisa, 59. Fladt)

Siebenmeter:
HSG: 2/1 (36. Sulc scheitert an Selke)
HSC: 4/2 (5. Lakisa scheitert an Savonis, 25. Savonis hält gegen M. Werner)

Auszeiten:
HSG: 41:41 Minute
HSC: 24:52 Minute und 59:51 Minute

Spielfilm:
0:1 (2.), 4:2 (5.), 7:5 (11.), 8:8 (14.), 11:10 (19.), 11:13 (22.), 13:15 (37.), 13:16 (Halbzeit)
14:16 (31.), 16:18 (35.), 18:22 (42.), 19:24 (45.), 22:26 (48.), 25:26 (53.), 26:29 (56.), 30:30 (Endstand)

Zuschauer: 1215

Stimmen:
Georgi Sviridenko:
Bei uns lagen heute die Nerven blank. Was wir im Angriff gespielt haben, hatte nicht einmal Regionalliga-Niveau. Ich werde mit jedem einzeln sprechen müssen, wieso wir einen solchen Angst-Handball gespielt haben. Als sich bei uns Fehler eingeschlichen haben, wurden wir noch unsicherer und sind zudem am überragenden Selke gescheitert.

Hrovje Horvat: Ich bin zufrieden, dass wir hier in Düsseldorf nicht verloren haben. Neben Dormagen habe ich Düsseldorf als Favoriten gesehen und das es in der Endphase für Düsseldorf um alles geht, hat sich heute auch bestätigt. Wenn ich mir den Spielverlauf noch einmal ansehe, muss ich sagen, dass wir heute einen Punkt verloren haben. Mit der Schiedsrichterleistung der letzten zehn Minuten bin ich nicht zufrieden. Für was wir zwei Minuten erhalten haben, gab es im Gegenzug nichts. So war es unheimlich schwer für uns in der Endphase hier zu spielen. Dennoch bin ich mit der Leistung der ersten 45 Minuten zufrieden, vor allem die Deckung stand gut und Rene Selke hat ein sehr gutes Spiel gemacht.

Frank Flatten: Wir müssen uns darüber unterhalten, wieso wir heute so aufgetreten sind. Ich hatte das Gefühl, dass der Ehrgeiz und der letzte Biss gefehlt hat. Das Ziel – Platz 2 – ist für den Verein immens wichtig, das möchte ich hier noch einmal deutlich sagen. In den letzten zehn Minuten hat die Mannschaft einen großen Kampf und Fight geboten, dennoch müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Aber wir haben es selbst in der Hand, den 2. Platz zu erreichen.