Wilhelmshavener HV : WHV verliert nach schwacher Leistung verdient mit 25:32 gegen die HSG Nordhorn

_POSTEDBY Jörg Holländer (jhollaender) on Wednesday, 09. April 2008
Wilhelmshavener HV

Am gestrigen Abend kam es für den WHV im dritten Heimspiel in Folge zu einem Aufeinandertreffen mit einem Spitzenteam der Bundesliga. Nach dem THW Kiel und dem TBV Lemgo gastierte gestern die HSG Nordhorn an der Jade. Am Ende sollte dem WHV die Überraschung nicht gelingen, der nach einer sehr schwachen Leistung mit 25:32 verlor, wobei vor allem die fehlende kämpferische Einstellung große Fragen aufwarf.
Der WHV begann die Partie, im Vergleich zu den vorherigen Partien, in einer etwas veränderten Aufstellung. Neben der Stammformation Michael Binder, Dominic Kelm, Gylfi Gylfason und im Tor Adam Weiner begann dieses Mal Sven-Sören Christophersen im rechten Rückraum. Im linken Rückraum stand hingegen Tobias Schröder und auf der Rückraummitte kehrte Oliver Köhrmann nach mehrwöchiger Verletzungspause zurück. Demgegenüber stellten sich auf Seiten der HSG Peter Kukucka, Rastko Stojkovic, Holger Glandorf, Nicky Verjans, Erlend Mamelund, Pavel Mickal und Nikolas Katsigiannis im Tor.

Gleich zu Beginn der Partie erwischte Nordhorn den besseren Start und führte nach drei Minuten mit 0:3, ehe dann Gylfi Gylfason in der 4.Minute den ersten Treffer für den WHV und den damit verbundenen 1:3 Anschlusstreffer erzielte. Eine Minute später sorgte Tobias Schröder per Unterhandwurf zum zwischenzeitlichen 2:3. Dieses war zugleich der erste und auch letzte ein Tore Rückstand des WHV, denn in der Folge sollte Nordhorn seinen Vorsprung weiter ausbauen. So hielt der WHV zwar bis zur 10.Minute beim Stande von 5:7 das Spiel offen, aber Nordhorn zog in den nun folgenden vier Minuten bis auf 6:11 davon. Dabei profitierte Nordhorn von seiner kompakten und aggressiven 6:0 Abwehr, wodurch man den WHV zu Ballverlusten zwang, die man selbst zu Tempogegenstoßtoren nutzte. Zudem stand mit Katsigiannis ein starker Rückhalt im Tor der HSG, woran sich die WHV- Angreifer reihenweise die Zähne ausbissen. Hingegen stand auf Seiten des WHV die 6:0 Abwehr leider überhaupt nicht, so dass Nordhorn immer wieder zu leichten Toren aus dem Rückraum kam. Zudem sorgte Nordhorns Kreisläufer Rastko Stojkovic immer wieder nicht nur für Lücken im Abwehrverbund des WHV, sondern holte zudem mehrere Siebenmeter heraus. Der WHV kam vor allem dank der Siebenmetertreffer des starken Tobias Schröder bis zur 24.Minute wieder bis auf drei Tore heran (9:12), jedoch sollte in den nun folgenden sechs Minuten die Vorentscheidung in der Partie fallen. So produzierte der WHV weiterhin technische Fehler und Fehlwürfe und scheiterte weiterhin an der kompakten 6:0 Abwehr der Gäste. Diese nutzten gnadenlos diese Fehler aus und zogen somit bis zur Halbzeit mit acht Toren davon (9:17). Beim WHV fehlte vor allem in der kompletten ersten Halbzeit die kämpferische Einstellung, was von Seiten der Zuschauer mit Pfiffen quittiert wurde. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam der WHV etwas besser in die Partie und konnte eine Überzahlsituation zu zwei Toren zum zwischenzeitlichen 11:18 nutzen. Jedoch sorgte wiederum der starke Rastko Stojkovic mit einem herausgeholten Siebenmeter und einem eigenen Tor dafür, dass der Nordhorner Vorsprung konstant blieb. In den folgenden Minuten sollte Nordhorn den Vorsprung sogar noch weiter ausbauen. Dieses lag an den nach wie vor vorhandenen Fehlern im WHV- Angriffsspiel, bei dem man stark merkte, dass dieser mit Oliver Köhrmann auf der Mitteposition noch nicht eingespielt ist. Zudem agierte die WHV-Abwehr nach wie vor zu passiv, so dass Nordhorn weiter zu leichten Toren kam und folgerichtig in der 46.Minute erstmals mit zehn Toren (16:26) führte. Dieser Vorsprung hielt bis zur 51.Minute (19:29), ehe sich dann auch durch einige Auswechselungen auch in das Spiel der Grafschafter Fehler einschlichen, die der WHV nutzte. So verkürzte man den Vorsprung leicht und am Ende stand dann eine 25:32 Niederlage, wodurch das erste von acht Endspielen um den Klassenerhalt klar verloren ging.
Abschließend bleibt vom Spiel die bisher schlechteste erste Halbzeit in einem Heimspiel in dieser Saison, ein noch nicht eingespielter Oliver Köhrmann, was sicherlich nach der Verletzungspause verständlich ist und eine fehlende kämpferische Einstellung, die in den kommenden Spielen jedoch von Nöten sein wird, um in der ersten Liga zu bleiben.

Stimmen zum Spiel:
Ola Lindgren (Trainer HSG Nordhorn):
Ich bin sehr froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Es war heute für uns eine klare Sache. Heute haben wir in der Partie dominiert, dank unserer starken 6:0 Abwehr und einem starken Torhüter. Dadurch sind wir zu vielen Tempogegenstößen gekommen, die zu Toren genutzt wurden. Daneben waren wir heute auf vielen Positionen (Außen, Kreis und Rückraum) gefährlich. Dadurch konnte ich heute auch viel durchwechseln. Somit kamen auch unsere jungen Spieler zu Einsatzzeiten und konnten Spielpraxis sammeln. Im Hinblick auf die kommenden Aufgaben konnte ich meine Leistungsträger schonen. Meine Mannschaft wollte heute hier gewinnen und hat am Ende beide Punkte geholt.

Klaus-Dieter Petersen (Trainer Wilhelmshavener HV): Zu erst einmal Glückwunsch an Nordhorn zum klaren und verdienten Sieg. Wir hatten uns heute viel vorgenommen und sind von Anfang an jedoch nicht in die Partie gekommen. So haben wir speziell im 1 gegen 1 nicht dagegen gehalten, so dass man heute gesehen hat, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Wer gedacht hat, dass mit Oliver Köhrmann im Angriff wieder sofort alles läuft, der sah sich heute getäuscht. Es kann einfach nicht laufen, da Oliver zig Wochen verletzt war und zudem noch nie mit Sven-Sören Christophersen in einem Bundesligaspiel zusammen gespielt hat. Im Angriff haben wir den Ball laufen lassen, uns dann aber gewundert, dass der Schiedsrichter den Arm hebt, weil wir einfach vergessen haben, auch anzugreifen. Jedoch erwarte ich in einem Heimspiel auch eine andere Einstellung. So benötigt man einen viel höheren Einsatz als heute in einem Heimspiel, zumal wir uns viel vorgenommen hatten. Jedoch muss man dieses auch zeigen und dagegen halten und den Rastko Stojkovic auch einmal wegschieben. Zwar ist Rastko auch aufgrund seiner Masse einer der besten Kreisläufer der Liga, aber ich kann nicht immer hinter dem Kreisläufer stehen und dann sagen, dass ich es nicht schaffe. Glauben an sich kann manchmal auch Berge versetzen. Daher werden auch noch ernste Gespräche geführt werden. Die heutige Leistung war nicht akzeptabel, zeigt aber auch den Leistungsunterschied zwischen uns und Nordhorn auf. Es wird aber auch wieder aufwärts gehen. Meine Mannschaft ist in der Pflicht, in den nächsten Spielen anders aufzutreten.

Wilhelmshavener HV - HSG Nordhorn 25:32 (9:17)

WHV:
Weiner (1.-46. 6 Paraden), Meyer (47.-60./drei Siebenmeter 4 Paraden)
Schröder 9/7, Binder 8, Christophersen 5, Gylfason 1, Kelm 1, Cehajic 1, Rui, C. Köhrmann, O. Köhrmann, Bonath (n.e.)

HSG Nordhorn:
Katsigiannis (1.-60./ 12 Paraden), Gentzel (bei zwei Siebenmetern)
Kukucka 8/5, Stojkovic 6, Verjans 5, Mickal 4, Glandorf 3, Mamelund 2, Filip 2/2, Weinhold 1, Kubes 1, Machulla (n.e.), Sprem (n.e.), Bültmann (n.e.)

Zuschauer: 2.012
Schiedsrichter: Becker/ Hack
Strafminuten: 6 (Christophersen, Schröder, Binder)/ 8 (Verjans, Glandorf, Kubes, Stojkovic)
Siebenmeter: 7/ 7 – 8/ 7 (Filip scheitert an Meyer)